Bayern verderben Poldi-Party

“Poldi kütt no Hus” war das Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Bayern München betitelt. 48.500 Zuschauer im fast ausverkauften Rheinenergie-Stadion hatten sich den Poldi-Willkommens-Kick aber wohl etwas anders vorgestellt. Podolski ist beim FC Köln angekommen – und der steht auch mit seinem umjubelten Rückkehrer erneut vor einer schweren Saison. Das zeigte der Test gegen den deutschen Rekordmeister: Abstiegskampf statt Karnevalsstimmung beim Mitmischen um die internationalen Wettbewerbe. Die Bayern verdarben die Poldi-Party. Dabei war beim Test am Freitagabend doch alles angerichtet gewesen: Die Bands 5 vor 12 und Revolverheld heizten den FC-Fans musikalisch schon lange vor dem Anpfiff ein, der übertragende Sender RTL hat extra eine schwenkbare Vogelperspektiven-Kamera über dem Spielfeld eingesetzt – so etwas gab es noch nicht einmal bei den WM-Spielen in Köln.

Von news.de-Mitarbeiter Sebastian A. Reichert

Podolski ist beim FC Köln angekommen – und der steht auch mit seinem umjubelten Rückkehrer erneut vor einer schweren Saison. Das zeigte der Test gegen den deutschen Rekordmeister: Abstiegskampf statt Karnevalsstimmung beim Mitmischen um die internationalen Wettbewerbe. Die Bayern verdarben die Poldi-Party. Dabei war beim Test am Freitagabend doch alles angerichtet gewesen: Die Bands 5 vor 12 und Revolverheld heizten den FC-Fans musikalisch schon lange vor dem Anpfiff ein, der übertragende Sender RTL hat extra eine schwenkbare Vogelperspektiven-Kamera über dem Spielfeld eingesetzt – so etwas gab es noch nicht einmal bei den WM-Spielen in Köln.

Doch schon nach wenigen Minuten hatten die Bayern etliche hochkarätige Chancen herausgespielt: Nach der ersten Bayern-Ecke köpfte Miroslav Klose am Tor vorbei (11.). Eine Möglichkeit des völlig freistehenden Mario Gomez vereitelte FC-Keeper Faryd Mondragon (13.). Daniel Pranjic schoss aus 25 Meter knapp vorbei (17.). Zuvor war Matthias Scherz mit einem Zwölf-Minuten-Einsatz von den FC-Fans verabschiedet worden.

In der 19. Minute dann die Führung für die überlegenen Münchner. Bayern-Neuzugang Gomez wurde vom Nationalmannschaftskollegen Klose bei einem Konter mustergültig am Strafraum freigespielt. Der frühere Stuttgarter nutzte die Chance und versenkte aus zehn Metern unhaltbar für Mondragon flach in die linke Torecke.

Bei den Bayern war streckenweise moderner One-Touch-Fußball zu sehen. Beim FC hatte es dagegen zumindest in der ersten Hälfte immer der Spieler am schwersten, der den Ball hatte – Anspielstationen waren Mangelware. Auch Poldi tat sich äußerst schwer. Der bemühte Nationalspieler hatte kaum Ballkontakte. “Wir sind noch etwas müde vom anstrengenden Trainingslager”, entschuldigte sich der FC-Stürmer nach dem Abpfiff. Die Geißböcke blieben in den ersten 45 Minuten ohne nennenswerte Torchance.

Nachdem Bayern-Trainer Louis van Gaal zur Pause achtmal gewechselt hatte, kamen die Kölner besser ins Spiel. Es dauerte aber bis zur 56. Minute, bis die FC-Fans eine gelungene Poldi-Aktion beklatschen konnten. Podolski hatte sich von der linken Außenlinie in den Strafraum durchgetankt und spielte Chihi frei, der aber den zur Halbzeit für Hans Jörg Butt eingewechselten Michael Rensing im Bayern-Tor anschoss.

Während Podolski, der im Sommer zu seinem Heimatclub zurückgekehrt ist, auch in der 62. Minute nicht zum Abschluss kam, weil Bayern-Neuzugang Anatoli Timoschuk seinen Schuss abblockte, machte es auf der Gegenseite Kumpel Schweinsteiger besser. Der Münchener verwandelt nach einer Sosa-Ecke zum 2:0-Endstand (73.). Poldis einziger echter Torschuss ging zwei Minuten nach einem Freistoß weit über den Bayern-Kasten.

Trotzdem hallten «Lukas Podolski»-Sprechchöre sowohl nach der vergebenen Chance des nach Köln zurückgekehrten Nationalstürmers als auch direkt nach Abpfiff durch das Rheinenergie-Stadion. Während die früheren Bayern-Kollegen und seine neuen Mitspieler nach dem Abpfiff schnell in die Kabinen eilten, bedankte sich Podolski minutenlang bei den Fans vor der Südtribüne. «Vielen Dank für die tolle Unterstützung – auch in den letzten Jahren», rief Podolski seinen Anhänger zu.

Bereits zwei Tage vor dem Spiel hatten die Poldi-Fans Frederike Wouters, Gregor Wosik und Marion Ruthardt angefangen, ein etwa zwei mal fünf Meter großes Bild mit Kreide zu Ehren des FC-Rückkehrers auf den Weg vor dem Stadion zu zeichnen. Das Motiv: FC-Präsident Wolfgang Overath (alias Da Vincis Gottvater auf der Decke der Sixtinischen Kapelle) streckt FC-Ikone Podolski die Hand entgegen: Der Hoffnungsträger des 1. FC Köln für die kommende Bundesliga-Saison ist nach dem Wunsch der Fans schon längst geboren.

Die Begegnung am Freitagabend, aus deren Einnahmen die letzte Rate der Podolski-Ablösesumme in Höhe von geschätzten zehn Millionen an die Bayern geht, zeigte, dass ein zurückgekehrter Nationalstürmer noch keine Garantie für eine erfolgreiche FC-Saison ist.

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