Töpperwien: Immer einen Plan B

Rolf Töpperwien, der langjährige Reporter des „Aktuellen Sportstudios“, verrät drei Wochen nach seinem Karriere-Ende nach 1444 Bundesliga-Reportagen im Gespräch mit unserer Zeitung, welche Erinnerungen er an Fulda hat. „Wenn ich an Fulda denke, erinnere ich mich vor allem an meinen guten Freund Jürgen Krawczyk“, sagt Rolf Töpperwien. Den früheren Trainer von Borussia Fulda habe er schon seit dessen Zeit als Spieler bei Göttingen 05 kennen gelernt Damals arbeitete der heute 60-Jährige als freier Mitarbeiter beim Göttinger Tageblatt. „Auf Krawczyks Empfehlung habe ich mir von einem meiner letzten Gehälter als freier ZDF-Mitarbeiter 1976 – bevor ich ab Juni 1977 als fest angestellter Redakteur dort eingestellt wurde – für 8000 Mark einen Hightech-Plattenspieler aus Acrylglas mit integrierter Wasserwaage und vergoldeten Türmchen gekauft. Den Plattenspieler, einen Transrotor AC von Ian Mitchell aus England, besitze ich auch heute noch“, sagt Töpperwien, dessen zweite Leidenschaft neben dem Fußball seine Musik-Sammlung mit rund 10 000 Schallplatten ist. „Obwohl ich zu Hause wenig Platz habe, habe ich sogar noch den Karton des Plattenspielers aufbewahrt“, erzählt der gebürtige Harzer. weiterlesen…

Egal wer gewinnt, es wird gejubelt

Miguel Bauerfeind kennen die meisten nur unter seinem Spitznamen: Miguelito – der kleine Miguel. Doch seit Wochen ist der schmächtige, knapp 1,80 Meter große Mechaniker einer der gefragtesten Männer der Stadt. Der 43-Jährige hat so viel zu tun, wie schon seit langem nicht mehr. Es scheint so, als ob fast jeder Zweite seine mehr oder weniger defekten Fernseher zum Reparieren bringen will. Die kleineren und größeren schwarzen Röhren-Fernsehgeräte stapeln sich, so dass sich der Mechaniker regelrecht durchkämpfen muss bis zum Regal in der Ecke, wo die Ordner mit den verschiedenen Schaltplänen der TV-Apparate stehen. Fußball-WM-Zeit ist bei „Miguel TV Service“ in der kleinen Keller-Werkstatt Hochsaison. Er kann derzeit keine weiteren Geräte mehr annehmen. weiterlesen…

Bayern verderben Poldi-Party

“Poldi kütt no Hus” war das Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Bayern München betitelt. 48.500 Zuschauer im fast ausverkauften Rheinenergie-Stadion hatten sich den Poldi-Willkommens-Kick aber wohl etwas anders vorgestellt. Podolski ist beim FC Köln angekommen – und der steht auch mit seinem umjubelten Rückkehrer erneut vor einer schweren Saison. Das zeigte der Test gegen den deutschen Rekordmeister: Abstiegskampf statt Karnevalsstimmung beim Mitmischen um die internationalen Wettbewerbe. Die Bayern verdarben die Poldi-Party. Dabei war beim Test am Freitagabend doch alles angerichtet gewesen: Die Bands 5 vor 12 und Revolverheld heizten den FC-Fans musikalisch schon lange vor dem Anpfiff ein, der übertragende Sender RTL hat extra eine schwenkbare Vogelperspektiven-Kamera über dem Spielfeld eingesetzt – so etwas gab es noch nicht einmal bei den WM-Spielen in Köln. weiterlesen…

Diplomarbeit: “Ich fand dich stark!”

Seit Jahrzehnten wird Sportjournalisten mangelnde kritische Distanz vorgehalten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Vorwurf, indem über die Schilderung subjektiver Beobachtungen hinausgehend die Sportberichterstattung deutscher regionaler Tageszeitungen empirisch untersucht wird. Erstmals wird ein Katalog von Indikatoren zusammengestellt, der sich auf Textmerkmale bezieht und in seiner Gesamtheit mangelnde kritische Distanz in der Berichterstattung anzeigt. Der Text hat das Ziel die Frage zu beantworten, wie kritisch, distanziert über die Fußball-WM 2006 und die deutsche Nationalmannschaft während der Viertel- und Halbfinal-Spiele berichtet wurde. weiterlesen…

Bibi und Marki

Marki hat eine gute Figur gemacht – damals vor 19 Jahren, als der 26-Jährige sein erstes Fußball-Bundesliga-Spiel als Schiedsrichter geleitet hat. Damals, als der 1,81 Meter große schwarzhaarige Markus Merk stellvertretend für den Berufsstand der Zahnärzte debütierte. Die Presse schloss den damaligen Zahnmedizin-Studenten im kurzen Schwarzen ins Herz und formulierte liebevoll: „Super-Marki – heute zieht er gelbe Karten statt Zähne.“ Als Unverschämtheit bezeichneten Journalisten das Gerücht, dass sich ein Gespräch mit dem Waldhof-Buben Christian Wörns um den Vorteil einer hohen Stimme mit narkotisierender Wirkung für etwaige Gegenüber gedreht haben soll. weiterlesen…

„Superstar ist kein Beruf“

Sie liebt Adam Green, Mando Diao, Moneybrother, trägt keine Hausschuhe und trinkt keinen Alkohol. Die Zeitschrift ‘Neon’ wählte die 27-jährige MTV-Moderatorin Sarah Kuttner jüngst unter die Top 100 der wichtigen jungen Deutschen. Im Interview äußert sich die Tochter des Berliner Radiotalkers Jürgen Kuttner zu grauen Haaren, Neidern und dem beruflichen Alltag in ‘ihrem’ Musiksender. weiterlesen…

Fuldaer Freunde flitzten zum WM-Titel

Der Himmel über der 7,7 Kilometer langen Rennstrecke von Assen in Holland ist am 16. Juli 1955 wolkenlos. 35 Grad, eine Bullenhitze. Die Spannung lässt die 100 000 Zuschauer auf den Tribünen längst nicht mehr kalt. Zwei schwarze BMW- Motorräder mit jeweils einem silbernen Seitenwagen rasen dem Ziel Rad an Rad entgegen. Das Fuldaer Gespann mit Willi Faust und Karl „Petter“ Remmert jagt dicht hinter den führenden Kirchhainern Wilhelm Noll und Fritz Cron hinterher – alle vier mit weißen Helmen mit schwarzen Streifen als Zeichen für einen deutschen Fahrer. weiterlesen…

Sticheleien, Franzbranntwein und Apfelschorle

Bilderbuchwetter in Bruchköbel. Strahlende Märzsonne, azurblauer Himmel und 15 Grad Celsius. Die Sonne und auch der deutlich am Himmel zu erkennende Frühjahrsmond scheinen sich an diesem Sonntagnachmittag auf die Partie der Fußball-Landesliga Süd zwischen der SG Bruchköbel und Hellas Frankfurt zu freuen. Doch Schiedsrichter Holger Muschik kann all das nicht so richtig entspannt genießen, als er im schwarzen Jackett, begleitet von seinen beiden Assistenten Markus Hildenbrand und Heiko Goebel, bereits eine gute Stunde vor dem Anpfiff das Stadion ‚Am Wald’ in Bruchköbel betritt.

Einfach zu viel deutet daraufhin, dass es für Schiedsrichter Muschik ein Spiel der Kategorie „schwer zu leitendes Spiel“ werden wird. Die Begegnung ist für den Mackenzeller Referee Spiel eins nach dem Schiedsrichter- und Wettskandal um Robert Hoyzer im deutschen Fußball. Zudem haben die drei in dieser Formation noch nie eine Partie geleitet. Für den 22-Jährigen Linienrichter Heiko Goebel steht heute die Premiere in der Landesliga an. Für Tabellenführer Bruchköbel ist es das erste von noch zwölf ausstehenden Endspielen um den Aufstieg in die Oberliga, für die Griechen von Hellas Frankfurt ist es das erste Auflaufen im heißen Abstiegskampf nach Beginn der Rückrunde. weiterlesen…

Unfassbar

Unfassbar. Wer selbst einmal vor den endlos erscheinenden Stacheldrahtzäunen der heutigen Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz stand und mit Blick auf die Eisenbahnschienen in Gedanken quasi den direkten Weg in den Tod von hunderttausenden Juden und anderen von den Nazis Verfolgten nacherlebte, kommt unausweichlich zu diesem Gedanken. Wie konnten Menschen dazu imstande sein, im Stile einer Großfabrik Menschen umzubringen und kalt berechnend sogar noch ihre Knochen, Haare und Zähne zu verwerten?

Auschwitz steht für die unfassbaren Verbrechen und Ideen der Nazis. Doch für viele ist Auschwitz in diesem Sinn heute auch eines: weit weg. 60 Jahre, die seit der Befreiung des KZs vergangen sind, sind eine lange Zeit, in der nicht nur viele Zeitzeugen gestorben sind, sondern in der auch eine Generation aufgewachsen ist, die keine Schuld für die Nazi-Verbrechen trägt. Doch Auschwitz erschien auch schon für viele Menschen während des NS-Regimes weit weg – eben auf dem Territorium des besetzten Polens. Aber für unzählige Menschen begann Auschwitz mitten in Deutschland – auch in Fulda. Und für tausende Häftlinge endete Auschwitz Wochen nach dem 27. Januar 1945 zum Beispiel in den Konzentrationslagern in Buchenwald oder Nordhausen im nahen Thüringen. weiterlesen…

Vom Wald ins Wohnzimmer oder nach China?

Wer denkt schon an Rhöner Mischwälder, wenn er mit Stäbchen im China-Restaurant eine Peking-Ente isst, in Italien eine frische Pizza Pomodore verzehrt oder vollmundigen französischen Rotwein probiert? Doch es ist gar nicht ausgeschlossen, dass das Holz für die Ess-Stäbchen, für die Feuerung des Pizza-Offens oder für die Weinfässer aus Eichenholz aus dem hessischen Mittelgebirge stammt.

So verkaufte das Forstamt Hilders beispielsweise in diesem Jahr bereits 1300 Festmeter Buchenholz nach China – das sind mehr als 50 Lastwagen-Lieferungen, die unter anderem zur Produktion von Ess-Stäbchen versandt wurden. „Über 40 Prozent des Rotbuchenholzes wird mittlerweile ins Ausland verkauft“, sagt der für die hessische Rhön verantwortliche Hilderser Forstamtsleiter Adalbert Fischer. weiterlesen…