Töpperwien: Immer einen Plan B

Rolf Töpperwien, der langjährige Reporter des „Aktuellen Sportstudios“, verrät drei Wochen nach seinem Karriere-Ende nach 1444 Bundesliga-Reportagen im Gespräch mit unserer Zeitung, welche Erinnerungen er an Fulda hat. „Wenn ich an Fulda denke, erinnere ich mich vor allem an meinen guten Freund Jürgen Krawczyk“, sagt Rolf Töpperwien. Den früheren Trainer von Borussia Fulda habe er schon seit dessen Zeit als Spieler bei Göttingen 05 kennen gelernt Damals arbeitete der heute 60-Jährige als freier Mitarbeiter beim Göttinger Tageblatt. „Auf Krawczyks Empfehlung habe ich mir von einem meiner letzten Gehälter als freier ZDF-Mitarbeiter 1976 – bevor ich ab Juni 1977 als fest angestellter Redakteur dort eingestellt wurde – für 8000 Mark einen Hightech-Plattenspieler aus Acrylglas mit integrierter Wasserwaage und vergoldeten Türmchen gekauft. Den Plattenspieler, einen Transrotor AC von Ian Mitchell aus England, besitze ich auch heute noch“, sagt Töpperwien, dessen zweite Leidenschaft neben dem Fußball seine Musik-Sammlung mit rund 10 000 Schallplatten ist. „Obwohl ich zu Hause wenig Platz habe, habe ich sogar noch den Karton des Plattenspielers aufbewahrt“, erzählt der gebürtige Harzer.

Von unserem Mitarbeiter Sebastian A. Reichert

Die Episode mit dem wertvollen Plattenspieler, der sogar regelmäßig für Ausstellungen das Töpperwien-Domizil in Wiesbaden verlässt, ist übrigens auch in seiner pünktlich zum Eintritt in den Ruhestand erschienenen Autobiografie (Rotbuch-Verlag) nachzulesen. Lediglich der Name Jürgen Krawczyk taucht auf Seite 45 von „Rolf Töpperwien: Von Braunschweig bis Johannesburg“ nicht auf.

Töpperwien („Ich liebe den Fußball.“) erinnert sich auch noch lebhaft an einen 7:1-Freundschaftsspiel-Sieg der Münchener Bayern im Februar 1989 im Sportpark Johannisau gegen die Borussia aus der Domstadt. „Ich war damals der Stadionsprecher – und alle großen Bayern waren in Fulda dabei“, erzählt der ZDF-Mann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Den Lahrbacher Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl („ein sehr sympathischer, ehrlicher Typ, der leider zu oft verletzt ist“) bringt Töpperwien erst auf Nachfrage mit Fulda in Verbindung. „Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass er auch bei Borussia Fulda gespielt hat“, sagt Töpperwien und verweist auf Kehls prägende Zeit beim SC Freiburg. „Ich bin mir aber sicher, dass Kehl auch nach der jetzigen Verletzung wieder für seinen BVB in die Bundesliga zurückkehren wird.“

Wenn Töpperwien noch für das ZDF-Sportstudio arbeiten würde, dann würde er als Reporter die Partie des Spitzenreiters aus Mainz gegen den Hamburger SV favorisieren. Wenn es so läuft, wie Töpperwien tippt, dann geht die Erfolgsgeschichte des Teams um Trainer Thomas Tuchel übrigens weiter: Töpperwien prognostiziert einen 1:0-Sieg der Mainzer.

Ob sein Tipp etwas damit zu tun hat, dass Tuchel kurzerhand von dem Reporter als Ersatz-Stargast zu seiner 250-Gäste-Sause zum 60. Geburtstag vor drei Wochen geladen worden war? Töpperwiens langjähriger Spezi Otto Rehhagel war nämlich nicht gekommen. Ist der frühere Griechenland-Coach aufgrund Töpperwiens Frage nach Rehhagels beruflicher Zukunft direkt nach dem WM-Aus der Griechen möglicherweise immer noch angefressen? Töpperwien: „Kein Problem, man muss immer einen Plan B haben. Tuchel hat bei meiner Party für ordentlich Stimmung gesorgt.“

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